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Auftakt

Fusionsleitbild zu Ende skizziert

Von Ueli Wild (Text und Foto)

Aarau Die Ergebniskonferenz vom Mittwochabend in Rohr hatte die Chance, letzte Retuschen am Leitbild des Zukunftsraums Aarau anzuregen.

Fusionsleitbild zu Ende skizziert

Aaraus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, der seine Vorgängerin Jolanda Urech auch in der Projektsteuerung abgelöst hat (l.), im Gespräch mit Projektleiter Marco Salvini.

Es war der Schlusspunkt des partizipativen Leitbildprozesses, bei dem sich die Bevölkerung einbringen konnte. In die Auenhalle geladen waren daher die rund 300 Personen, die sich im Herbst an der Hauptkonferenz in Suhr und den Veranstaltungen in den Gemeinden beteiligt hatten. Eine formelle Verabschiedung des Leitbildes gab es nicht. Ziel war es vielmehr, wie Heinz Lüscher, Gemeindeammann von Unterentfelden und Mitglied der Prozesssteuerung, deutlich machte, die fünf Leitsätze noch einmal kritisch zu beleuchten. In den Diskussionsgruppen thematisiert wurden natürlich auch die Handlungsfelder der Fusionsanalyse, die auf Wunsch der Hauptkonferenz Eingang in den Leitbildentwurf gefunden hatten. «Damit etwas mehr Fleisch am Knochen» war, wie Moderator Paul Krummenacher erklärte.

Suhr am besten vertreten

Die in Rohr Anwesenden stammten zu 30 Prozent aus Suhr, zu 28 Prozent aus Aarau, zu 18 Prozent aus Unterentfelden, zu 13 Prozent aus Oberentfelden und zu 10 Prozent aus Densbüren. Gut vertreten war die Gruppe der aktiven wie der ehemaligen Chargierten aus den fünf beteiligten Gemeinden. So waren beispielsweise die Mitglieder der fünf Exekutiven nahezu ausnahmslos anwesend. Dem Vernehmen nach hatte die Projektsteuerung auch Vertretungen der abseits stehenden Gemeinden Buchs und Küttigen eingeladen. Beide Gemeinden liessen sich jedoch entschuldigen.

Bevor man daran ging, gruppen- und themenweise den Leitbildentwurf einer letzten Prüfung zu unterziehen, nannte Projektleiter Marco Salvini die zu erwartenden Schwerpunktthemen der nächsten Phase, der sogenannten Fusionsanalyse. Die Diskussionsrunden bestätigten dann im Wesentlichen den Befund der Projektleitung: Die heissesten Eisen dürften die gemeinsame Ortsbürgergemeinde, die politischen Institutionen, die dezentrale Verwaltungsorganisation, das Schulwesen und die Finanzrichtlinien sein. Aus dem Plenum wurde der Steuerfuss sinngemäss als entscheidende Grösse bezeichnet. Dies, weil die Aarauerinnen und Aarauer im Falle einer Fusion aller Voraussicht nach mit einem Ansteigen des Steuerfusses rechnen müssen.

Schaffung einer Resonanzgruppe

In der nächsten Phase werden Fachgruppen die Detailkonditionen möglicher Fusionen erarbeiten. Das partizipative Element soll aber nicht ganz fehlen. Als Organ, das kontrolliert, ob die Fachgruppen auf dem Boden des Leitbildes bleiben, soll eine Resonanzgruppe eingesetzt werden. Marco Salvini sprach von einem breit abgestützten Gremium, dem rund 60 Personen angehören sollen.

Eine der Diskussionsgruppen beschäftigte sich nicht mit einem der fünf Leitgedanken des Leitbildentwurfs, sondern mit Fragen zur Resonanzgruppe. Sie kam zum Schluss, dass eine solche grundsätzlich Sinn mache und dass ihr je fünf Generalisten pro Gemeinde angehören sollten, die vom Gemeinderat beziehungsweise vom Stadtrat zu bestimmen seien.

Neuer Name, neues Wappen?

Das sind aber nur unverbindliche Vorschläge, gleich wie die von den andern Gruppen empfohlenen Retuschen am Leitbildentwurf. Die Projektleitung wird diese schon deshalb nicht alle berücksichtigen können, weil mehrere Gruppen die gleichen Leitsätze und Handlungsfelder diskutierten und dabei teilweise zu einander widersprechenden Resultaten kamen. So hiess es etwa: «Es kann nicht sein, dass wir Suhrer uns Aarau unterordnen – da muss ein neuer Name her, und ein neues Wappen.» Eine andere Gruppe dagegen hielt den Namen Aarau für gegeben. Und aus Entfelden wurde die Bereitschaft signalisiert, die auf einer Fehlinterpretation des Ortsnamens fussende Ente im eigenen Wappen zugunsten des Stadtadlers aufzugeben.

Unüberhörbar war der von mehreren Gruppen geäusserte Wunsch, sich bei den Grenzen der Wahlkreise nicht an die alten Gemeindegrenzen zu halten. Der entsprechende Leitsatz fordert «ausgewogene ständige Wahlkreise». Eine Gruppe wollte hier das Wort «ständig» gestrichen wissen. Eine andere Forderung lautete, das Ziel müsse der Steuerfuss von Aarau sein. Angeregt wurde zudem, im Sinne einer Personalisierung einen «Fahnenträger» des Projekts zu benennen.

Das von der Projektleitung bereinigte Leitbild muss, so Aaraus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, von der Projektsteuerung (Gemeindeammänner und -schreiber etc.) verabschiedet werden. Im Sommer sind wieder die Gemeindeversammlungen und der Einwohnerrat am Zug.