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Auf ein Wort

Gang gschwind ue!

Von Niklaus Bigler schreibt über Mundartausdrücke. Er arbeitete beim Schweizer Idiotikon.

Rasch kommt zwar im Schweizerdeutschen Wörterbuch vor, aber mit dem Vermerk «nicht volkstümlich». Der Sprachatlas zeigt die Verhältnisse um 1950: Gschwind sagt man fast überall; im Baselbiet und im Aargau ist es deutlich in der Mehrheit. Schnell, schnäll konzentriert sich auf den Nordrand der deutschen Schweiz, namentlich einen Streifen zwischen Basel, Schaffhausen und St.Gallen. Weiter südlich stösst man auf Wörter, die es in der Schriftsprache nicht (oder nicht mehr) gibt. Gleitig gilt vor allem in den südlichen Ämtern Solothurns, in Luzern und Unterwalden. Das Wort gehört zu Geleit, leiten und bedeutete ursprünglich ‹biegsam, flink› (e gleitigi Zunge).

Im Bernbiet ist hurti, hurtig am besten vertreten; das Wort bedeutete ebenfalls ‹flink› und ist verwandt mit französisch heurter (beim Turnier anprallen, verletzen).

Seltener als erwartet erweist sich tifig mit sechs verstreuten Berner und einem Obwaldner Beleg. Als Relikt ist weidli noch da und dort zu finden, namentlich in den Aargauer Südtälern, dem Appenzellerland und dem St.Galler Rheintal. Weidenlich (weidmännisch) bedeutete einst ‹tapfer, tüchtig› und geriet im Laufe des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit. Passiv war das Wort noch da, aber es galt zuletzt als Wort für Kinder und Kindergärten: I bin e chliine Stumpe und cha nid weidli gumpe. Eine Neuheit ist dagegen schuss (I chume schuss); es hat sich in jüngerer Zeit vom Thurgau bis ins Berndeutsche ausgebreitet. Das zugehörige Substantiv Schuss, Schutz weist auch einen zeitlichen Aspekt auf: Er isch vor eme Schutz (vor einer Weile) bi mer gsii. Waart es Schützli!