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Region

Die Aventron AG setzt voll auf die Energiewende

Von Daniel Haller

Münchenstein Die ehemalige Kleinkraftwerk Birseck AGhat unter dem neuen Namen Aventron im vergangenen Jahr erneut deutlich zugelegt.

«Der Zubau bei den erneuerbaren Energien hat weltweit enorm zugenommen», berichtete Antoine Milloud am Investoren-Lunch der Aventron AG. «2015 wurden erstmals mehr Kapazitäten bei den Erneuerbaren installiert als bei Kohlen-, Gas- und Nuklear-Energie.» Fazit des Aventron-CEO: «Die Energiewende ist eine Tatsache und nicht umkehrbar, auch wenn gewisse Parteien dies nicht wahrhaben wollen.» Entsprechend empfahl er ein Ja zum eidgenössischen Energiegesetz, über das am 21.Mai abgestimmt wird.

Doch nicht Politik war Grund des Anlasses. Vielmehr wollte Aventron, deren Mehrheitsaktionär die Genossenschaft Elektra Birseck Münchenstein (EBM) ist, aufzeigen, dass sie sich mit ihren über 100 Kraftwerken in sechs europäischen Ländern in einem Wachstumsmarkt bewegt. Zwar erzielt Aventron über 90Prozent des Umsatzes zu fixen Einspeisetarifen, also in regulierten Märkten. Doch betonten Milloud und Finanzchef Bernhard Furrer, dass Aventron sowohl mit ihrem Wachstum als auch mit der Effizienz der Kraftwerke die Kosten so weit senken kann, dass man Marktpreise erreicht, sobald sich diese wieder etwas normalisieren.

Rasantes Wachstum

Aventron – die ehemalige Kleinkraftwerk Birseck AG – will bis 2020 einen Kraftwerkspark mit einer Leistung von 500Megawatt und einer Produktionskapazität von über 1000Gigawattstunden aufbauen. Diesem Ziel ist sie im Geschäftsjahr 2016 deutlich näher gekommen: Einerseits übertrug die EBM im Rahmen der Aventron-Kapitalerhöhung – Gesamtumfang 132Millionen Franken – fast ihren ganzen ausländischen Kraftwerkspark der Aventron, andererseits investierte diese 53Millionen Franken in die Akquisition zusätzlicher Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen. Entsprechend stieg die Zahl der Tochtergesellschaften von 44 auf deren 71. Entsprechend arbeite man daran, Software-Tools für die Kontrolle dieser extrem dezentralisierten Struktur zu entwickeln, erklärte Furrer.

Insgesamt konnte Aventron ihr Kraftwerks-Portfolio in den Ländern Schweiz, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Italien und Spanien von 180 im Vorjahr auf 351Megawatt fast verdoppeln.

Die Stromproduktion stieg von 251 auf 453Millionen Kilowattstunden. Wenn die ne erworbenen Kraftwerke nun das ganze Jahr für Aventron produzieren, erwartet heuer eine Produktion von mehr als 700Millionen Kilowattstunden.

2016 sei ein rekordschlechtes Windjahr gewesen, berichtete Furrer. Da habe sich die Strategie bewährt, dass die noch junge Firma ihre Investitionen nicht nur geografisch streut, sondern auch technologisch diversifiziert: In keinem Land sollen sich mehr als 40Prozent der Investitionen konzentrieren, und keine Energieform darf mehr als 40Prozent des Portfolios ausmachen. Dabei sorgt vor allem die Kombination Wasserkraft und Solar für Ausgleich: Regnet es, gibts mehr Wasser-, bei Trockenheit mehr Sonnenstrom.

Dem raschen Wachstum entsprechend entwickelten sich auch die Geschäftszahlen: Der Umsatz stieg von 23,8Millionen auf 48,5Millionen Franken, das Betriebsergebnis (Ebit) von 7 auf 13,8Millionen und der Gewinn von 1,9, auf 3Millionen Franken.