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limmattal

Kritische Fragen zur neuen Standortförderung

Von David Egger

Der Dietiker Stadtrat musseine Interpellation zurLimmatstadt AG beantworten.

Es war der 15. März, als der Dietiker FDP-Gemeinderat Peter Metzinger bei der Zeitungslektüre seinen Augen kaum traute. Die Limmattaler Zeitung berichtete damals von der geplanten Fusion der Standortförderung Limmattal und der Limmatstadt AG. An der Parlamentssitzung am Donnerstag hat er nun seine Interpellation zum Thema begründet.

Er will vom Dietiker Stadtrat wissen, wie sich die Limmatstadt AG finanziert und was ihr Business-Modell ist. Zudem fragt er, wie sichergestellt wird, dass die Limmatstadt AG die Interessen der Gemeinden über die eigenen Prioritäten und die Interessen von Bauunternehmen stellt. Weiter will er wissen, ob der Limmatstadt AG eine Monopolstellung im Limmattal eingeräumt wird oder ob sich auch andere Standortförderer und -vermarkter um das Mandat bewerben können. «Es geht um grundlegende Fragen der Public Governance», hielt Metzinger fest. Und: «Wie stellen wir sicher, dass wir mit unseren Steuergeldern nicht ein Marketing-Vehikel finanzieren, das letztlich einer einzigen Unternehmung dient, die im Limmattal schon sehr präsent ist?» Konkret meint Metzinger die Halter AG, eine der führenden Unternehmungen für Bau- und Immobilienleistungen. Sie und die Limmatstadt AG haben den gleichen Verwaltungsratspräsidenten und den gleichen Geschäftssitz. «Was geht hier eigentlich genau ab? Wollen wir die Standortförderung monosektoriell vergeben, indem nur eine Branche (die Baubranche, Anmerkung der Redaktion) hinter der Standortförderung fürs Limmattal steht?», fragte Metzinger im Dietiker Parlament. Er ist auch Präsident des Quartiervereins Limmatfeld. Das Quartier war von der Halter AG entwickelt und vermarktet worden; Metzinger ist nicht gut auf Halter zu sprechen. Der Stadtrat hat nun drei Monate Zeit, um Metzingers Fragen zu beantworten.

Ebenfalls am Donnerstag teilten der Urdorfer Gemeinderat und der Schlieremer Stadtrat mit, dass sie die Mitgliedschaft bei der Standortförderung Limmattal per Ende Jahr beenden. Man sei überzeugt, dass eine Leistungsvereinbarung mit der Limmatstadt AG die bestmögliche regionale Standortförderung im Limmattal garantiere, schrieben sie im gleichen Wortlaut.

Bei der Limmatstadt AG ist auch die Geschäftsstelle des Komitees «Nein zur halben Limmattalbahn» angesiedelt. Dieses setzt sich gegen die Stopp-Initiative ein, über die das Zürcher Volk am 23. September abstimmt.