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Suhr/Zukunftsraum Aarau

Die Latte für eine Fusion liegt hoch

In einer Referendumsabstimmung haben die Suhrer Stimmberechtigten am 12. Februar den knappen Entscheid der Gemeindeversammlung, aus dem Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau auszusteigen, gekehrt – ebenfalls knapp mit 1328 Ja gegen 1227 Nein. Damit hat sich Suhr für eine Beteiligung an der Erarbeitung eines Leitbildes für eine «Neue Kantonshauptstadt Aarau» ausgesprochen. Im Wissen um die Fifty-fifty-Situation im Dorf hält es der Gemeinderat für unabdingbar, dass die Bevölkerung ihre Vorstellungen formulieren kann. Diesem Zweck diente denn auch eine von rund 60 Personen besuchte Versammlung am Dienstagabend im Ortsbürgersaal.

Im Rahmen von Tischgesprächen in wechselnder Zusammensetzung ging es darum, zu eruieren, wie sich Suhr in den Leitbildprozess einbringen kann, damit das Ergebnis den Vorstellungen der Suhrer Bevölkerung entspricht. Oder, wie es Zukunftsraum-Projektleiter Marco Salvini formulierte: «Wie müsste die künftige neue Hauptstadt aussehen, sofern sie Wirklichkeit wird?»

Was nach rund zwei Stunden auf dem Tisch lag, war eine Art Katalog von Konditionen, ohne deren Erfüllung die Zustimmung zu einer Fusion nicht zu haben sein dürfte. Dabei zeigte sich, dass die grosse Mehrheit der am Dienstagabend Anwesenden die Latte sehr hoch setzte – oder eine Fusion mithilfe unerfüllbarer Forderungen verhindern möchte.

Auf Dauer garantierte Quoten

Mehrfach wurde im Rahmen des umfangreichen Katalogs etwa die Forderung erhoben, die bisherigen Schulstandorte und Schulleitungen sowie alle Schulstufen müssten in Suhr erhalten bleiben. Es müsse eine «nahe, dezentrale und schlanke Verwaltung» bestehen bleiben – «mit dem Rollator erreichbar», wie sich jemand ausdrückte. Und es seien, anders als in Rohr, auf Dauer Wahlkreise zu schaffen, sprich: Suhr seien Quoten im Einwohner- wie im Stadtrat zuzugestehen.

Andere gingen noch weiter und erklärten den Weiterbestand der Gemeindeversammlung als unverhandelbar. Praktisch alle bestehenden Infrastrukturen im Dorf, so war mehrfach herauszuhören, seien zu erhalten, ebenso die Ortsbürgergemeinde. Verlangt wurde auch, dass nach einer Fusion die finanzielle Gesamtbelastung für den Bürger «unter dem Strich niedriger sein» müsse.

Am 20./21. Oktober findet die Hauptkonferenz statt. Dannzumal wird der gleiche Prozess mit Personen aus allen fünf im Zukunftsraum verbliebenen Gemeinden wiederholt. 25 Personen aus Suhr werden dort ihre Vorstellungen einbringen können. Entsprechende Listen, auf denen man sich eintragen konnte, lagen am Dienstag auf. (uw)