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Aarau

Vier von fünf Kandidierenden sind Lehrer

Von Nadja Rohner
Vier von fünf Kandidierenden sind Lehrer

Gregor Lüscher, Pro Aarau.

Eigentlich wäre vorgesehen gewesen, dass die Einwohnerräte von Aarau und Buchs ihre Kreisschulräte für die neue Kreisschule wählen. Doch während der Debatten über die Schulfusion entschieden beide Einwohnerräte, dass das Schulparlament über Volks- respektive Urnenwahlen zusammengesetzt werden soll. Weil es sich um Majorzwahlen handelt, bei denen es keine Nachrutsch-Listen gibt, muss nun jedes Mal, wenn ein Mitglied des Kreisschulrats zurücktritt, ein Urnengang anberaumt werden. Das ist aufwendig. Und es verleitete Schul-Stadträtin Franziska Graf an der letzten Kreisschulratssitzung dazu, den anderen Ratsmitgliedern eindringlich ans Herz zu legen, doch wenigstens bis zu den nächsten Gesamterneuerungswahlen durchzuhalten, «auch wenn man am Donnerstagabend vielleicht lieber etwas anderes macht».

Zu vergeben ist ein Sitz
in jeder Gemeinde

Die ersten zwei Rücktritte hat es in der neuen Schule nämlich schon gegeben. Am 20. Oktober stehen die Ersatzwahlen an. Zu vergeben ist in jeder Gemeinde ein Sitz – der von Nina Wüthrich (SP) in Buchs und der von Esther Belser Gisi (Pro Aarau) in der Stadt.

Gemeldet wurden fünf Kandidatinnen und Kandidaten (AZ vom 7. September); im ersten Wahlgang sind jedoch auch nichtangemeldete Personen wählbar. Auffallend ist, dass die Kandidierenden allesamt beruflich im Bildungsbereich tätig sind, vier von fünf sind Pädagogen. Von 18 Kreisschulratsmitgliedern arbeiten bereits drei im Bildungsbereich – nur Juristen hat es noch mehr. Bisher sah die Sitzverteilung so aus: Pro Aarau 2, SVP 1, FDP 6, SP 5, CVP 2, EVP 1, GLP 1. Das kann sich am 20. Oktober ändern. Festgelegt ist nur die Anzahl Sitze pro Gemeinde: Buchs hat total sechs, Aarau zwölf.

Das sind die Buchser Kandidatinnen

Für den Buchser Sitz bewerben sich Einwohnerrätin Jasmin Maron (31) und Chrisoula Giatas (47).

Jasmin Maron ist Vizepräsidentin der SVP Buchs und seit diesem Frühling Mutter einer Tochter. Als solche habe sie «ein grosses Interesse, die Kreisschule im Auge zu behalten», teilte ihre Partei mit. Maron hat ihre KV-Ausbildung beim kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport gemacht und kann laut SVP auf mehrere Jahre Berufserfahrung als Schulverwalterin einer grossen Aargauer Schule zurückblicken. Die letzten Jahre war sie administrativ in der Erwachsenenbildung tätig. Derzeit arbeitet sie, nach ihrem Mutterschaftsurlaub, im Verkauf, sucht aber wieder eine Stelle in der Administration.

Die SP will ihren Sitz mit Chrisoula Giatas verteidigen. Sie unterrichtet seit zwölf Jahren an der Bezirksschule Seengen (Sprachen). Zuvor war sie an allen Stufen der Volksschule, sowie am Gymnasium und als Erwachsenenbildnerin tätig. «Mir ist es wichtig, eine hohe Qualität der Schule zu gewährleisten, gleichzeitig aber behutsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen», sagt sie. Und: «Ich kenne die Bedürfnisse und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und die anspruchsvollen Aufgaben der Lehrpersonen.» Über ihre Familiensituation will sie keine Auskunft geben.

Das sind die Aarauer Kandidierenden

In Aarau kandidieren Einwohnerrätin Susanne Klaus Günthart (46) sowie Gregor Lüscher (42) und Stefan Wirz (36).

Stefan Wirz (GLP), der mit seiner Partnerin im Binzenhofquartier wohnt, unterrichtete erst an der Oberstufe Schöftland und übernahm dort später die Leitung. Seit Februar 2019 leitet er das Heilpädagogische Zentrum für Werkstufe und Berufsvorbereitung der Stiftung Schürmatt in Othmarsingen. «Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit ist Stefan Wirz mit den laufenden Bildungsprojekten vertraut und verfügt über fundierte Kenntnisse der kantonalen Vorgaben, Wirkungsmechanismen im Bildungsbereich und über die aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen», teilt seine Partei mit. «Im Zentrum stehen immer die Kinder respektive die Jugendlichen. Bildung muss bei ihnen ankommen und sie auf ihre Zukunft vorbereiten.»

Die Grünen haben noch keinen Sitz im Kreisschulrat. Gelingt es ihnen, das mit Susanne Klaus Günthart zu ändern? Die verheiratete Mutter zweier Teenager erklärt ihre Motivation für die Kandidatur so: «Ich finde es eine spannende Aufgabe, mitzuhelfen die Schule weiter zu entwickeln. Ich möchte mein Wissen, das ich mir sowohl in schulischer als auch in politischer Hinsicht angeeignet habe, konstruktiv in den Kreisschulrat einfliessen lassen.» Ursprünglich Kindergärtnerin, war Susanne Klaus später Schulleiterin Kindergarten/Primarschule in Schöftland und nun seit anderthalb Jahren Co-Leiterin des Projekts «Leben und Lernen» des Netzwerk Asyl. Das ist eine Schule für Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende. Sie war zudem Mitglied im Vorstand der Lehrerverbands-Fraktion Kindergarten, in dieser Funktion in der Standespolitischen Kommission, so wie in der Bildungskommission im Grossen Rat.

Der Kandidat von Pro Aarau heisst Gregor Lüscher. Er lebt mit Frau und Tochter im Telliquartier, wo er sich im KIFF als Vorstandsmitglied engagiert. Der ausgebildete Primarlehrer erlangte ein Hochschuldiplom als Industrial Designer. 2011 übernahm er die Leitung des Gestalterischen Vorkurs/Propädeutikums an der Schule für Gestaltung Aargau. Derzeit ist er Lehrer für Werken an der Oberstufe Niederlenz und Lehrer für Plastisch-räumliches Gestalten an der Schule für Gestaltung. «Durch seine Arbeit als Administrator, Mentor und Lehrer gewann Gregor Lüscher einen vertieften Einblick in die Abläufe des Schulwesens im Kanton Aargau», schreibt Pro Aarau. Alle seine Tätigkeiten vernetzen ihn mit vielen Schlüsselpersonen und Organisationen, vor allem in den Bereichen Politik, Bildung und Kultur.»