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Regionalsport

«Es kribbelt und ich freue mich»

«Es kribbelt und ich freue mich»

In Kanada sammelte Nora Gmür internationale Wettkampfpraxis und ist bereit für die WM im eigenen Land. Bild: ITU

Der Genfersee ist der grösste See in der Schweiz. Grosses will am Lac Leman denn auch Nora Gmür leisten. Die Schöftlerin bestreitet morgen das Juniorenrennen des World Triathlon Grand Finals in Lausanne – die Weltmeisterschaft. Es ist der wichtigste und grösste Wettkampf, den die 18-Jährige in ihrer bisherigen Karriere absolvieren wird. «Es kribbelt schon ziemlich und die Anspannung steigt», sagt Nora Gmür, «ich freue mich sehr auf dieses Rennen.»

Der Kampf um die WM-Medaillen findet für Nora Gmür in einem Gebiet statt, das sie von früheren Wettkämpfen kennt. Sie hat sich deshalb einen klaren Plan zurechtgelegt. Mit 750 Metern Schwimmen durch den Genfersee beginnt ihr Abenteuer. «Ich hoffe, ich komme dann gut aus dem Wasser und will Vollgas geben auf dem Velo», hat sie sich vorgenommen, «so will ich den Rückstand, den ich mir im See wohl auf die Topleute einfange, aufholen. Dann kann ich mich hoffentlich in der Spitzengruppe festsetzen oder gleich dahinter pedalen.» Vier Runden fahren die Juniorinnen rund um das Olympische Museum, insgesamt 20 Kilometer. Dann folgen fünf Laufkilometer. «Wenn alles aufgeht, könnten die Topten in Reichweite liegen», meint Nora Gmür mit Blick auf die Startliste. Wer in ihrer Altersklasse Rang und Namen hat, ist registriert.

Verstecken muss sich die Aargauerin allerdings nicht im Weltklassefeld. Ende Mai gewann sie an den Junioren-Europameisterschaften in Weert (Ho) Silber. Vor gut einem Monat war sie im kanadischen Edmonton Teil einer Mixed-Staffel und sammelte dort Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau. Im Mai gewann die aufstrebende Triathletin in Zofingen den Schweizer-Duathlon-Meister-Titel. Nun folgt also in Lausanne so etwas wie ein zweites Heimrennen. Wie gross ist da der Druck, den sich Nora Gmür selber macht für die WM-Affiche? «Klar mache ich mir Druck», gibt sie zu, «aber nicht resultatmässig. Ich will einfach meine bestmögliche Leistung abliefern, dann schauen wir, wofür diese reicht.» Für Edelmetall bräuchte Nora Gmür wohl nicht nur das eigene perfekte Rennen, sondern auch eine Rennkonstellation, die ihr zugutekommt, oder Gegnerinnen, die einen weniger guten Tag einziehen als sie selber.

Auf dem Bottenwiler die WM-Strecke simuliert

Seit gestern Abend weilt Nora Gmür in Lausanne. Heute steht das Race-Briefing und die Streckenbesichtigung an. Trainingsmässig tut sie diese Woche «nur» noch etwas für die Spritzigkeit. Zuletzt simulierte sie bei Ausfahrten in der Region die WM-Strecke. «Es wird in Lausanne einen nahrhaften Aufstieg haben», weiss die Athletin des Triclubs Zofingen, der das Bergauffahren liegt, «deshalb fuhr ich oft über den Bottenwiler von Staffelbach nach Bottenwil.» Ansonsten änderte Nora Gmür vor dem Highlight der Saison nichts an ihrer Art, sich auf Wettkämpfe vorzubereiten. Familie und Freunde werden sie am Freitag an der Rennstrecke unterstützen. Um 8 Uhr fällt für die Juniorinnen der Startschuss. Je nach Ergebnis darf Nora Gmür auch am Sonntag im Mixed-Relay ran – oder wird die restlichen Rennen am Genfersee als Zuschauerin mitverfolgen.