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Fricktal

Wunderschöne, doppelte Premierefür die Fricktaler Jagdhornbläser

Von Ingrid Arndt
Wunderschöne, doppelte Premierefür die Fricktaler Jagdhornbläser

Schön gestalteter Gottesdienst von den Fricktaler Jagdhornbläsern unter Leitung von Robert Obrist. Bild: Ingrid Arndt

Tannengrün und das schöne Geweih eines Rothirsches schmückten am Sonntag, dem Anlass entsprechend, zur Hubertusmesse den Altar in der katholischen Kirche St. Kosmas und Damian in Oeschgen. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von den Fricktaler Jagdhornbläsern unter Leitung von Robert Obrist.

Für die Musikanten, die bis auf zwei Mitglieder selbst Jäger sind, war die Aufführung der «Hubertusmesse» von Michael Welsch gleich eine doppelte Premiere: Erstmalig überhaupt seit ihrer Gründung 1972 hatten sie eine klanggewaltige Messe einstudiert, die sie ebenso erstmalig in einem Gotteshaus darboten. Es war ein ganz besonderer Genuss, für den sie viel Applaus bekamen. Konzertant mit kleinen filigranen Details zu Beginn das Introitus, festlich die Kyrie, prachtvoll jubilierend das Gloria, virtuos mit weiten Tonräumen das Offertorium, hinreisend packend Sanctus und Agnus Dei.

In seiner Predigt stellte Patrik Suter, Pfarreiseelsorger i. A., recht aktuell und wunderbar lebensnah die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt. Er erzählte, wie er schon als kleiner Junge von seinem Grossvater bei gemeinsamen Spaziergängen in der Natur dazu angehalten wurde, genau hinzuschauen, sorgsam auch mit den kleinsten Dingen umzugehen, wahrzunehmen, welch reicher, faszinierender, jedoch auch empfindlicher Ort der Wald ist. Suter berichtete von Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger. In jungen Jahren sei Hubertus von Lüttich nicht nur leidenschaftlicher Jäger gewesen, sondern auch ziemlich ausschweifend. Später erkannte er dann, dass Tiere als göttliche Schöpfung gehegt und ebenso beschützt werden müssen. Diese Achtung vor den Geschöpfen ging ein als Waidgerechtigkeit in den Verhaltenskodex der Jägerschaft. Erfolgreich jagen bedeutet eben immer auch Umsicht, Achtsamkeit, Verantwortung wahrnehmen für einen intakten Lebensraum, niemals nur nach Trophäen jagen.

Achtsamkeit vor Sorglosigkeit setzen

Damit zog Pfarreiseelsorger Patrik Suter den Bogen zu Amos ins biblische Israel mit dem Gedanken, auch in der Kirche vom Wald und den Jägern zu lernen: ausgetretene Pfade zu verlassen, Achtsamkeit vor Sorglosigkeit setzen, Umsicht vor Selbstsicherheit, ein Gespür zu haben für alle Mitgeschöpfe. Die manchmal tiefen Gräben zwischen arm und reich auszugleichen, das Herz zu öffnen, hinzusehen, kein menschliches Trampeltier zu sein weder in der Natur noch gegenüber den Mitmenschen.

So war es auch dem Leiter der Jagdhorngruppe Robert Obrist wichtig zu erwähnen, dass das Geweih am Altar von einem verunfallten Tier auf der Autobahn stammt, nicht erlegt auf der Jagd.

Bei strahlendem Sonnenschein beim Apéro vor der Kirche konnte danach ausgiebig das Miteinander gepflegt werden.