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Auf ein Wort: Was hat ordeli mit Ordnung zu tun?

Das Adjektiv ordentlich beziehungsweise ordeli, ord(e)lig wurde von einem Substantiv abgeleitet, dem Orden, der sich später in eine kirchliche Nische zurückgezogen hat. Althochdeutsch ordina ist eine Entlehnung von lateinisch ordo,ordinis. Seine Grundbedeutung ‹Reihe, Ordnung› erweiterte sich auf ‹Rang, (Berufs-)Stand› und hat sich heute spezialisiert auf ‹Klostergemeinschaft›, etwa in «Benediktinerorden».

Unser ord(e)lig (althochdeutsch ordinlîhho) unterscheidet sich von ordentlich durch das Fehlen des später eingefügten -t-; diese Einfügung trifft man auch in öffentlich oder namentlich. Seine Bedeutung hat sich stark weiterentwickelt: Zunächst steht es für ‹ordnungsgemäss, korrekt›. Im Zofinger Stadtrecht heisst es 1623, die Vögte sollten ihre Reisespesen «ordenlich uffschryben und verrächnen». Was der Ordnung entspricht, ist oft auch hübsch, gefällig, jedenfalls in der Perspektive des rechtschaffenen Bürgers. «Siehsch das ordelig Städtli...», schreibt Johann Peter Hebel über Lörrach. Eine weitere Bedeutung ist ‹sittsam, artig›. «Chum iche minetwäge, aber ordlig muesch de [du] sii», sagt in Carl Albert Looslis Gedicht das Mädchen schliesslich zum Chilter, dem nächtlichen Besucher vor dem Fenster. (Aber Achtung: Im Fricktaler Zeiningen war ein Ordeli das Gleiche wie ein Ääli, also eine Liebkosung.)

Als Adverb bedeutet ordeli auch ‹reichlich, gehörig›. «Es het ordeli Höi ggee», kann der Bauer sagen, und ein verhinderter Pädagoge sagt vielleicht: «Dem sött men emool ordeli uf de Ranze gee».

Auf den oben erwähnten Orden gehen auch die Ableitungen ordnen (althochdeutsch ordinôn) und Ordnung (ordinunga) zurück. Deren Bedeutungsgeschichte ist jedoch nicht so vielseitig wie die von ordelig. Vor 70 Jahren warben die Basler Verkehrsbetriebe mit dem Spruch: «Unseri Biljetör sin ordlig zue de Lüt.» Das kann man von den Billettautomaten, ob sie nun in Basel stehen oder anderswo, nicht immer sagen.