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Auf ein Wort: Erotikauf dem Bauernhof

Wie es sich bei einem Volk der Hirten gehört, dokumentiert der Sprachatlas der deutschen Schweiz äusserst gründlich die traditionelle Bedeutung der Viehzucht. So gibt es im 8. Band vier verschiedene Karten mit den mundartlichen Bezeichnungen für ‹brünstig›, nämlich von der Kuh, der Ziege, dem Schaf und der Sau. Dazu kommen zwei einschlägige Karten für Hündin und Katze. Bei der Hündin sind die Verhältnisse noch einfach: In den meisten Regionen und auch im deutschsprachigen Ausland sagt man läuffig. Katzen dagegen (und auch Kaninchen) sind rammlig, jedenfalls im westlichen Mittelland; im östlichen Zürichbiet und der anschliessenden Ostschweiz heisst es räulig, auch räubig und ähnlich. Im Lötschental und an weiteren Walliser und Walser Orten können auch die Katzen läuffig sein, in Bern und Solothurn auch die Schweine.

Beim Vieh wird es noch komplizierter. Da gibt es Adjektive, die auf das männliche Tier zielen, nämlich stierig von der Kuh (weit verbreitet), bockig (Freiburg, Bern, Wallis, Luzern) oder böckig (von Solothurn bis zum Bodensee) von der Geiss, widerig vom Schaf (Bern, Wallis) und häu(l)ig von der Sau (Nordaargau, zu Häuer, Eber). Andere Bezeichnungen sind vom Geschlecht her neutral (wie rossig,rössig), oder sie beziehen sich auf das weibliche Tier: rinderig (zwischen Schaffhausen und dem Wallis), schwiinig (Baselbiet, Ostaargau, Luzern) und säujig (Westaargau, Luzerner Hinterland). Ein Teil der Adjektive beschreibt die Verhaltensweise, bei der Kuh etwa riitig (Wallis) oder urüewig (Wallis, Uri), urüebig (Glarus). Das verbreitete ruussig oder rüüssig beim Schwein gehört zum Verb ruusse (grunzen).

Das waren einige Beispiele; manches musste wegbleiben oder vereinfacht werden. Nicht unterschlagen will ich jedoch, dass teilweise die Adjektive, etwa rössig oder läuffig, in grober Rede auch auf Menschen bezogen werden. Ein alter Brugger Beleg lautet: Die isch immer rammlig, nid nume amene Tanzsunndig!