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Kolumnen

Auf ein Wort

Von Niklaus Bigler

Qu – vorwiegend exotisch

Wörter mit qu am Anfang gibt es in den Wörterbüchern nicht viele; einige Sprachen kennen den Buchstaben überhaupt nicht und schreiben dafür kv. Im Schweizerdeutschen Wörterbuch, am Schluss von Band V, stehen etwa 20 Spalten mit q-Wörtern, aber es zeigt sich bald: Das Meiste sind Entlehnungen aus anderen Sprachen oder allenfalls andern deutschen Dialekten. Als im 8. Jahrhundert in den Klöstern die schriftliche Aufzeichnung der deutschen Sprache begann, übernahm man die Schreibung «qu» aus dem Lateinischen. Was heute an schweizerdeutschen q-Wörtern vorkommt, ist zum Grossteil aus dem Lateinischen entlehnt worden, etwa Quartier, Quint, Quadrat. Es gibt auch Fälle wie quitt; da wurde lateinisch quiētus (ruhig) über französisch quite indirekt entlehnt.

Und die deutschen Wörter? Die Quelle hat sich erst seit dem 16. Jahrhundert allgemein im Deutschen ausgebreitet; schweizerdeutsch heisst es traditionell Brunne. Quecksilber und erquicken gehören zum Adjektiv queck (munter), das bei uns chäch (keck) lautet. Auch die Quaal wurde nachträglich aus dem Hochdeutschen übernommen und verdrängte die alten Synonyme Piin und Ploog, queele ersetzte plooge. Hochdeutsch quer ist eine mitteldeutsche Weiterentwicklung von althochdeutsch thwerach; auf Schweizerdeutsch hiess das zwärch, überzwerch, etwär(ch) oder twäris (aus twerchens). Dazu gehört auch der Familienname Twerenbold. Wer twäris lief, hatte zu viel getrunken, und wer detwäris dreinschaute, bekundete Misstrauen oder Zorn. Als es noch genug Schnee zum Schlitteln gab im Mittelland, war etwäris! ein Ruf, mit dem die Schlittler Passanten aus dem Weg scheuchten.