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Briefe an die az

SVP und FDP stehen
auf die Bremse

Zur Abstimmung über den Wiederbeitritt von Buchs zum «Zukunftsraum Aarau»

Der Infoanlass war nicht nur ein riesiger Erfolg, sondern er hat aufgezeigt, wie gross das Bedürfnis der Bevölkerung nach Informationen zu diesem emotionalen Thema ist. Schade, dass kein Vertreter des Gemeinderats der Veranstaltung beigewohnt hat. Die SVP setzt im Abstimmungskampf auf die gewohnte Angstmacherei. Zusammen mit der FDP, die überraschenderweise auf dieses Niveau abtaucht, bringt die selbsternannte Volkspartei fadenscheinige Argumente, welche von den am Infoanlass anwesenden Experten glaubwürdig entkräftet werden konnten. So zieht auch der klassische Aufhänger der zu teuren Finanzierung (SVP-Slang: «Geldverschwendung») nicht, denn der Betrag von 125000 Franken wird vom Kanton mitfinanziert. Längerfristig kommt Buchs finanziell sicher besser weg (Stichworte: Steuerfuss, Einsparungen durch Synergien, Fremdfinanzierungen) als aktuell, wo die unpopuläre Steuererhöhung ansteht. Buchs hat jetzt die Möglichkeit, sich zu äusserst fairen Konditionen an einem Projekt der Zukunft zu beteiligen und sich Gehör zu verschaffen. Dabei sollten wir die Buchser Jugend nicht vergessen. Sie ist es, welche die Suppe, die wir ihnen mit einem kurzfristig überlegten Nein einbrocken, dereinst mal auslöffeln muss.

Reto Fischer, Einwohnerrat

parteilos, Buchs

Ja zum Jahrhundertprojekt

Dieter Stüssi, SVP, versuchte in einem Interview darzulegen, weshalb er gegen eine Beteiligung von Buchs am Zukunftsraum ist. Dazu Folgendes: Es ist nicht das dritte Mal, dass sich das Volk zum Zukunftsraum äussern kann, denn die Befragungen einiger Einwohnerinnen und Einwohner durch ein Callcenter ersetzen in einer Demokratie keine Volksabstimmung. In der Befragung 2014 sprachen sich 47 Prozent für eine Prüfung von Zusammenschlüssen aus; nur 39 Prozent waren dagegen. Es ist klar: Eine Mehrheit will eine Fusionsabklärung – und genau darum geht es am 10. Februar! Weil der Gemeinderat jedoch zwischenzeitlich eigenmächtig aus dem Zukunftsraum ausgetreten ist, unterliess er es bei der Bevölkerungsbefragung 2018 wohlweislich, nochmals dieselbe Frage zu stellen. Auch gefährdet ein Beitritt zum Zukunftsraum die soziale Durchmischung nicht, hat Buchs doch ausgedehnte Einfamilienhausquartiere. Was die Aarauerstrasse anbelangt, so hat diese Entwicklung nichts mit dem Zukunftsraum zu tun und der Kanton plant deren Aufwertung. Schliesslich ist auch der Gemeinschaftssinn nicht in Gefahr: Die Menschen leben weiterhin im gleichen Quartier mit den gleichen Leuten. Die Verbundenheit endet nicht, nur weil die Gemeindeverwaltungen zusammengelegt werden. Der Zukunftsraum stellt ein Jahrhundertprojekt dar, von dem Impulse für die ganze Region ausgehen werden, wovon alle profitieren werden. Thomas Meier,

Einwohnerrat SP, Buchs

Entscheidungen auf Grundlagen von Fakten fällen

Kauft ihr ein Haus oder Auto, ohne vorher Informationen einzuholen? Es ist absolut unverständlich, weshalb man nicht zuerst die Analyse zum Zukunftsraum Aarau abwartet, und erst dann einen Entscheid fällt. Der Gemeinderat beschloss, auch gestützt auf das Ergebnis der Bevölkerungsbefragung 2014, sich nicht an weiteren Abklärungen im Rahmen des Zukunftsraums zu beteiligen. Die Befragungen zum Bärenplatz und zum Zukunftsraum haben beinahe die gleichen Resultate ergeben. Als dann zum Bärenplatz ein reales Projekt präsentiert wurde und die Fakten auf dem Tisch lagen, ist die Bevölkerung erwacht und hat die Meinung deutlich geändert. Bei jedem grossen Projekt wird zuerst eine Analyse oder ein Vorprojekt erstellt. Jeder vernünftige Mensch möchte wichtige Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten fällen – es sei denn, man vertraut auf Wahrsager. Wie sieht ein Zukunftsraum Aarau mit Buchs aus und welche Vor- oder Nachteile würde dieser bringen? Das weiss noch kein Buchser, auch wenn uns das einige gerne vorgaukeln. Wenn wir es selber genau wissen wollen, müssen wir Ja zum Beitritt in den Zukunftsraum Aarau stimmen.

André Fedeli, Buchs

Zeit ist nicht gekommen

Natürlich haben wir in Buchs eine Zukunft. Aber warum sollten wir Berater- und Projekthonorare mit Steuergeldern bezahlen, wenn die Aufgabenstellung nicht glasklar formuliert ist; oder ist sie es? Nach welchen Kriterien würden, können oder wollen wir ein allfälliges Zusammengehen mit anderen Gemeinden beurteilen? Welche Fragen sind nach dem teuren Projekt Zukunftsraum Aarau klar beantwortet? Und welche dieser Antworten der Projektgruppe, könnten Befürworter oder Gegner eines Zusammenschlusses umstimmen? Ich persönlich finde z.B. Wälder mit vielen verschiedenen Baumsorten oder eine bunte Blumenwiese schöner, attraktiver, interessanter und überlebensfähiger als reine Tannenwälder oder grosse Grüngraswiesen. So ähnlich betrachte ich unsere föderalistische Struktur in der Schweiz. Vielleicht ist dieser Föderalismus aber ein Auslaufmodell? Wenn dies wirklich so wäre, ist die Zeit für einen Zusammenschluss gekommen. Da dies aus meiner Sicht aber nicht der Fall ist, sollten wir unsere Steuergelder nicht unnötig für einen Kredit ausgeben, wenn nicht klar ist, welche Fragen danach besser oder vielleicht «weiser» beantwortet werden können. Ueli Kohler, ALt Einwohnerrat FDP, Buchs

«Zukunftsraum Aarau»-eine Zwängerei?

Ist es uns bewusst, dass wir in die vielfach erwähnten «repräsentativen» Bevölkerungsbefragungen 2014 und 2018 bereits rund 60000 Franken gesteckt haben und wir zu Beginn der neuen Amtsperiode im Jahr 2022 mit weiteren rund 30000 rechnen müssen? Somit kratzen wir auch schon fast an 100000 Franken. Wieso sollen wir uns derartige Umfragen ohne konkreten Nutzen leisten und gleichzeitig auf eine substanziierte Analyse über unsere Zukunft in unserer Region verzichten? Die Gegner der Vorlage befürchten einen Bruch mit den gewachsenen Strukturen. Gemeinschaft und Traditionen gehen doch mit einer in den Sternen stehenden Fusion nicht verloren! Es liegt in unserer Hand, wie wir uns in die Gemeinschaft einbringen wollen und können, ob es uns am Herzen liegt, sich im Dorf, in den Vereinen, den Pfarreien oder der Politik für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen und die Traditionen weiterzuleben. Oder ob wir nur Gemeinschaftskonsumenten sind oder uns in der Anonymität verstecken wollen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass die Buchserinnen und Buchser ihr Gemeinschaftsleben einfach per se an den Nagel hängen würden. Wo bliebe da der Stolz auf in der Geschichte Erreichtes?

Christine Knüsel-Bachofer,

Einwohnerrätin CVP, Buchs